Von der Fahrerkabine auf die Schulbank

05.03.2018

Regelmässig besuchen die Chauffeusen und Chauffeure der Kreuzlinger Stadtbusse Weiterbildungskurse. Im diesjährigen Kursprogramm stehen Kundinnen und Kunden mit eingeschränkter physischer Mobilität im Fokus.

Jährlich transportieren 25 Buschauffeure der städtischen Buslinien über eine Million Fahrgäste, fahren 505‘000 Kilometer, stehen während 365 Tagen oder 30‘700 Stunden im Einsatz und besuchen mindestens einmal jährlich eine Weiterbildung. Sie ist obligatorisch und wird von Eurobus Welti-Furrer AG organisiert, die Arbeitgeberin der Kreuzlinger Buschauffeure.

Umgang schulen und Verständnis wecken
Im professionellen Umgang mit den Fahrgästen liegt der Schwerpunkt der Weiterbildungen. Aktuell vertiefen und trainieren die Fahrerinnen und Fahrer die verbale und nonverbale Kommunikation. Zudem steht die Auseinandersetzung mit Kundinnen und Kunden auf dem Programm, die mit eingeschränkter Mobilität unterwegs sind. Im praktischen Teil lernen und erfahren die Kursteilnehmenden, wie sich eine körperliche Einschränkung anfühlt. Mit Gewichten an den Füssen und manipulierten Brillen die den grauen Star imitieren, trainieren die Kursteilnehmenden in Rollenspielen, um einerseits den Umgang mit diesen Fahrgästen zu üben und anderseits das Verständnis für sie zu entwickeln.
Auch Konfliktmanagement steht auf dem Weiterbildungsprogramm. Dabei geht es um das Verhalten gegenüber Fahrgästen, die beispielsweise ihre Beine auf den Sitzen ausstrecken oder im Bus essen und trinken.

Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität
Die kontinuierliche Weiterbildung, zu der auch das regelmässige Training an den Defibrillatoren gehört, zahlt sich gegenüber den Fahrgästen und den Mitarbeitenden aus. Zu diesem Ergebnis kam auch das Bundesamt für Verkehr (BAV), das im vergangenen Jahr ein Systemaudit beim Stadtbus Kreuzlingen durchführte. Die Auditoren loben die effiziente und zweckmässige Organisation, zumal die Stadt Kreuzlingen als Konzessionärin die Firma Eurobus für die Erbringung der Transportdienstleistung beauftragt. In ihrem Bericht machen sie zudem positive Feststellungen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Fahrzeuge, Fahrzeugunterhalt, Führung und interne Überwachung (Reporting). „Die guten Noten sind Ansporn für eine gute Weiterentwicklung des Stadtbusses. Sie unterstreichen in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit des ÖVs, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität“, betont der zuständige Stadtrat Ernst Zülle. Darüber hinaus reduziert das umfassende ÖV-Angebot mit Bahn und Bus den motorisierten Individualverkehr: „Weniger Verkehr bedeutet weniger Abgase, Lärm und mehr Wohn- und Lebensqualität“, so Stadtrat Ernst Zülle.

Stadtbus zurück in der Bauverwaltung (BV)
Im Jahr 2011 wurde der öffentliche Verkehr (Stadtbus) und der Bereich Signalisation in die Abteilung Ordnungsdienste (OD) integriert, um die Bauverwaltung (BV) zu entlas-ten. Wie sich herausstellte, wurde dadurch die Regelung der Signalisationen stark Departements-übergreifend und ineffizient. Um die Arbeitsprozesse zu erleichtern, wechselte daher Martin Troll am 01. Juli 2017 zurück in die Bauverwaltung. Er betreut dort weiterhin den Stadtbus und arbeitet beim neuen Signalisations-Kataster mit.

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