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Preisgericht sichtet 20 Beiträge für „Unser Stadthaus“

13.03.2015

Am Freitag sah das Preisgericht die zwanzig Projektwettbewerbsbeiträge für das geplante „Stadthaus auf dem Bärenplatz mit Tiefgarage und Neugestaltung Festwiese“ zum ersten Mal. Carl Fingerhuth, Mitglied der Jury und Vorsitzender der Stadtbildkommission, erklärt, wie ein Beurteilungstag abläuft.

Herr Fingerhuth, heute fand der erste Beurteilungstag des Projektwettbewerbs für den Neubau „Stadthaus mit Tiefgarage und Neugestaltung Festwiese“ im Rathaus statt. Was mussten die teilnehmenden Architekten abgeben?

Carl Fingerhuth: Das Verfahren hat zum Ziel, das Projekt zu suchen, das für den Ort, seine Funktionalität und die Kostenvorgaben die besten Voraussetzungen verspricht. Die teilnehmenden Architekten mussten deshalb die folgenden Unterlagen abgeben, damit diese Aspekte detailliert beurteilt werden können:

- Pläne der Grundrisse, Fassaden und Schnitte des Projektes

- Bilder des Projektes in der gegebenen Situation

- ein Modell des Projektes und

- ein Erläuterungsbericht.

Wie muss man sich die Arbeit der Jury vorstellen, nach welchen Kriterien und nach welcher Systematik beurteilt sie die Projekte?

Carl Fingerhuth: In einem ersten Schritt wird entschieden, ob die Projekte zur Beurteilung zugelassen werden dürfen. Sie müssen in ihren Unterlagen vollständig sein, sie dürfen keine wesentlichen Verstösse gegen die Anforderungen des Programms haben und sie müssen rechtzeitig abgegeben worden sein. In einem zweiten Schritt geht es darum die Projekte kennen zu lernen: Wie gehen die Verfasser mit dem Ort um, wie zeigt sich das Projekt im Aussen und im Inneren, wie funktioniert es und ist eine kostengünstige Realisierung wahrscheinlich. In einem dritten Schritt werden diejenigen Projekte ausgeschieden, die in wichtigen Aspekten schwerwiegende Defizite enthalten. In einem vierten Schritt werden unter den verbliebenen Projekten diejenigen 4 bis 6 Projekte gesucht, die Kandidaten für die Preisgruppe sein könnten. In einem fünften Schritt wird eine Rangfolge beschlossen und dabei das Siegerprojekt bestimmt. Es wird die ausgeschriebene Preissumme unter den Preisträgern verteilt, es werden Empfehlungen für das weitere Vorgehen formuliert und ein Bericht der Jury ausgearbeitet.

In der Jury sind Fachpreis- und Sachpreisrichter sowie Experten vertreten. Was ist der Unterschied zwischen den beiden und welches Gewicht haben sie bei der Bewertung?

Carl Fingerhuth: Wie der Name sagt, sind die Fachpreisrichter vom „Fach“. Es sind eingeladene Architekten und eine Landschaftsarchitektin, die die Stadt beraten sollen. Die Sachpreisrichter sind Vertreter der Stadt Kreuzlingen; der Stadtammann und zwei Stadtratsmitglieder. Fachpreis- und Sachpreisrichter sind bei den Abstimmungen gleichberechtigt. Ihre Stellvertreter und die Experten sind eingeladen ihre Meinungen einzubringen, sind aber bei den Entscheidungen nicht stimmberechtigt.

Ende März findet der zweite Beurteilungstag statt, an dem das Siegerprojekt ausgewählt und die restlichen Projekte rangiert werden. Was passiert in der Zwischenzeit?

Carl Fingerhuth: Die Zeit zwischen den Beurteilungstagen wird genutzt, um wichtige Teilaspekte vertieft zu überprüfen, im speziellen die Kosten, die betriebliche Konzeption und der Umgang mit dem Baurecht und dem Brandschutz.

Wie gelangt die Jury zu den Entscheidungen? Strebt man einen Konsens an oder wird abgestimmt?

Carl Fingerhuth: Alle teilnehmenden Preisrichter und Experten sind eingeladen, sich mit ihren Meinungen und Ansichten einzubringen. Der Vorsitzende wird sich bemühen, dass in der Diskussion ein möglichst breit abgestützter Konsens gefunden werden kann. Im besten Fall sind dann die Abstimmungen nur die formelle Bestätigung der Ergebnisse des Diskurses.

Das siegreiche Architekturbüro wird sein Projekt später detailliert ausarbeiten. Wird die Jury diesen Prozess weiter begleiten oder ist die Arbeit der Fachpreis- und Sachpreisrichter mit der Jurierung erledigt?

Carl Fingerhuth: Ja, mit dem Entscheid für ein Siegerprojekt ist die Arbeit der Jury abgeschlossen.

Bildlegende: Der erste Beurteilungstag für das Preisgericht im Kreuzlinger Rathaus.

 

Öffentliche Präsentation

Am 5. Mai 2015 werden das Siegerprojekt sowie die übrigen eingereichten Wettbewerbsbeiträge für den Neubau „Stadthaus mit Tiefgarage und Neugestaltung Festwiese“ erstmals öffentlich präsentiert: den Medien, den teilnehmenden Architekturbüros, den Mitgliedern des Gemeinderats sowie den Mitarbeitenden der Stadt.

Während der GEWA vom 7. bis 10. Mai wird das Siegerprojekt am Stand der Stadt Kreuzlingen zu sehen sein. Eine weitere öffentliche Ausstellung vom 12. Mai bis 14. Mai mit sämtlichen 20 Projekten findet im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum statt. Während den Ausstellungen stehen jeweils Stadtammann Andreas Netzle, Stadträtin Dorena Raggenbass und Stadtrat Ernst Zülle für Auskünfte zur Verfügung.

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