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Bohrungen sollen Klarheit schaffen

Hoch und grossflächig erweisen sich die Bodenbelastungen einer ehemaligen chemischen Reinigung. Im Auftrag des Kantons führt die Stadt weitere Sondierbohrungen zwischen Marktstrasse und Sonnenweg durch. Sie starten am Dienstag 17. November 2020.

An der Löwenstrasse 2/4 wurde von 1951 bis 1975 eine chemische Reinigung ("City-Reinigung") betrieben. Chemische Reinigungen behandeln Textilien mit Chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Perchlorethylen. Diese Stoffe sind schwer, flüchtig und dringen mühelos durch Beton. Im Betrieb oder durch Unfälle ausgetretenes Perchlorethylen gelangt so in den Boden und ins Grundwasser. Bei Untersuchungen am Standort der ehemaligen chemischen Reinigung wurde eine hohe Konzentration von Perchlorethylen vorgefunden.

Das Grundstück wurde deshalb als belastet und sanierungsbedürftig eingestuft. Die Resultate der folgenden Untersuchungen zeigten jedoch, dass sich die Schadstoffbelastung im Grundwasser über das betroffene Grundstück weit hinaus bis über die Marktstrasse ausdehnt. Auch dort ist das Grundwasser noch immer im sanierungsbedürftigen Ausmass belastet.

Das kantonale Amt für Umwelt ordnete deshalb eine weitere Untersuchungsetappe an, die durch die Stadt Kreuzlingen durchgeführt werden muss. Betroffen ist das Quartier zwischen Markt-, Sonnen-, Hauptstrasse und Sonnenweg. Mit den angeordneten Untersuchungen soll das Ausmass der Verschmutzung endgültig festgelegt werden können.

Die betroffenen Grundeigentümer wurden am Mittwochabend über die anstehenden Arbeiten informiert. Stadtrat Ernst Zülle, Umweltschutzbeauftragter Stefan Braun sowie der Geologe und Bauingenieur Matthias Manser informierten die Eigentümer über die Sanierung und beantworteten im Anschluss Fragen.
Es gibt nur wenige Unternehmen, die Sondierbohrungen durchführen können. Ab Dienstag, 17. November wird sie die Firma FUGRO, Mössingen/Deutschland, mit einem kleinen Rau-penfahrzeug auf den Liegenschaften zwischen Marktstrasse und Sonnenweg vornehmen.

Das Grundwasser gilt als wertvolles Schutzgut, weshalb bei hohen Schadstoffbelastungen von Gesetzes wegen Sanierungsmassnahmen ergriffen werden müssen. Die Belastung liegt mehrere Meter unter Terrain. Für Mensch oder Tier besteht kein Gesundheitsrisiko. In welchem Umfang weitere Massnahmen notwendig sind, entscheidet das Amt für Umwelt nach Vorliegen der Untersuchungsresultate. Die Stadt wird die betroffenen Grundeigentümer und die Bevölkerung nach Abschluss der Untersuchung, im März 2021, weiter informieren.