"Es ist eine Schicksalsabstimmung"

Stadtpräsident Thomas Niederberger blickt der Volksabstimmung zur Sanierung und Erweiterung der Verwaltungsliegenschaften vom 14. Juni 2026 zuversichtlich entgegen.
02. Apr. 2026
Im Interview nimmt Stadtpräsident Stellung zum komplexen Projekt.

Herr Stadtpräsident Niederberger, wo liegt Ihr Bauchgefühl auf der Skala 1 bis 10 in Bezug auf die Stadthaus-Abstimmung?
Stadtpräsident Niederberger: Tatsächlich habe ich aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen ein ausgesprochen gutes Gefühl, der Zeiger verharrt auf der acht.

Können Sie etwas über die Rückmeldungen verraten?
Stadtpräsident Niederberger: Zahlreichen Personen aus der Bevölkerung und aus der Wirt-schaft gefällt der Neubau neben dem heutigen Stadthaus. Sie haben auch die Aufwertung unseres Stadtzentrums und rund um den Boulevard positiv hervorgehoben. Die Sanierung des Haus Sallmann stösst ebenso auf positive Resonanz. Auch auf der politischen Ebene stimmt mich das Abstimmungsresultat im Gemeindeparlament vom 22. Januar 2026, mit 28 Ja- zu 6 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen, zuversichtlich.

Das Projekt ist komplex und umfasst einen Neubau und die Sanierungen bestehender Verwaltungsliegenschaften. Mit dem Kreditantrag ist unter anderem auch die Aufhebung der Volksabstimmung "Schlussstein" verbunden. Ist das für die Stimmberechtigten noch nachvollziehbar?
Stadtpräsident Niederberger: Tatsächlich ist die Abstimmung über das Projekt "Sanierung und Erweiterung der bestehenden städtischen Verwaltungsliegenschaften" in Höhe von CHF 49'369'500.– komplex. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir alle Teilprojekte in einer einzigen Abstimmungsfrage zusammenfassen – inklusive der Aufhebung des Entscheids zum Projekt "Schlussstein". Es geht jetzt um alles oder nichts. Wir haben im Juni die grosse Chance, endlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Nach jahrzehntelanger Planung und damit verbunden hohen bereits getätigten Ausgaben bin ich guter Hoffnung, dass die Kreuzlinger Stimmberechtigten das Thema Stadthaus endlich klären wollen.

Kein Projekt hat nie nur Befürworter. Mit welchen Argumenten treten Sie kritischen Stimmen entgegen?
Stadtpräsident Niederberger: Man muss es einfach deutlich sagen: Unsere heutigen, dezentralen Verwaltungsliegenschaften erfüllen zahlreiche gesetzliche Vorgaben und Standards nicht. Explizit sind hier die Bereiche Behindertengleichstellungsgesetz, Brandschutz oder Energie zu nennen. Wenn Sie zum Beispiel an Krücken gehen, sind für Sie viele unserer Schalter und Büros schlecht erreichbar, das gilt sowohl für Kundinnen und Kunden, wie auch für die Mitarbeitenden. Dann heizen wir aktuell ineffizient in unseren alten Liegenschaften, weil die Gebäudehüllen schwächeln. Kommt hinzu, dass sich die Bevölkerung in unseren Liegenschaften auf Grund der unübersichtlichen Strukturen nicht gut zurechtfindet. Mit dem geplanten Neubau verbessern wir die Situation massiv plus erhöhen wir den Wert der bestehenden Liegenschaften durch die Sanierung.

Gibt es weitere Gründe, weshalb man am 14. Juni ein Ja in die Urne legen soll?
Stadtpräsident Niederberger: Ich bin überzeugt, dass die Sanierungen und der Neubau das Stadtbild positiv verändern und zur Identifikation mit unserer Stadt beitragen werden. Bei einem Ja zum neuen Stadthaus am 14. Juni profitieren ausserdem auch lokale und regionale Unternehmen. Ein grosser Teil des Investitionsvolumens wird in die regionale Wirtschaft fliessen.

Der Stadtrat plant im Vorfeld der Abstimmung Informationsanlässe für die Bevölkerung. Worum geht es konkret?
Stadtpräsident Niederberger: Meine Stadtratskollegen und ich wollen alle Fragen zu dem umfangreichen Projekt beantworten. Deshalb planen wir im April an drei Tagen Führungen rund um die Verwaltungsliegenschaften. Die Outdoor-Anlässe sollen auch den Perimeter und die Dimension kenntlich machen. Des Weiteren findet am 6. Mai eine Informationsveranstaltung im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum statt. Ich freue mich auf einen interessanten Austausch mit der Bevölkerung.
 

  • Führungen rund um die Verwaltungsliegenschaften

    Die Führungen können in den jeweiligen Zeitfenstern individuell an beiden Standorten gestartet werden. 

    Samstag, 25. April, 10.00-12.00 Uhr, Treffpunkte: Signer Brunnen an der Marktstrasse 4a oder Haus Sallmann an der Hauptstrasse 74

    Montag, 27. April, 17.00-18.30 Uhr, Treffpunkte: Signer Brunnen an der Marktstrasse 4a oder Haus Sallmann an der Hauptstrasse 74

    Donnerstag, 30. April, 16.00-17.30 Uhr, Treffpunkte: Signer Brunnen an der Marktstrasse 4a oder Haus Sallmann an der Hauptstrasse 74

    Wer sich am Treffpunkt Signer Brunnen einfindet, wird entlang des Perimeters zwischen den drei denkmalpflegerisch wertvollen Gebäuden Hauptstrasse 62 (bestehendes Stadthaus), Marktstrasse 4 /4a (Departement Gesellschaft / Ordnungsdienst) und Hauptstrasse 58 (ehemals Kino Bodan) geführt. Parallel dazu finden die Führungen beim Haus Sallmann an der Hauptstrasse 74 statt, Treffpunkt ist im Innenhof.

     

  • Informationsveranstaltung im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum

    Am Mittwoch, 6. Mai 2026, 19.00 Uhr, besteht eine weitere Chance, um sich an der Informationsveranstaltung im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum über das Projekt "Sanierung und Erweiterung der bestehenden städtischen Verwaltungsliegenschaften" ein Bild zu machen. Noch bevor die Volksbotschaft in die Haushalte flattert, nimmt der Stadtrat eine weitere Möglichkeit wahr, um das Projekt zu präsentieren und Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

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