"Langfristig zahlen sich die Investitionen aus"
Stadtrat Moos: Alle drei Liegenschaften werden mit Erdgas versorgt, das einen fixen Biogasanteil von 15 Prozent enthält. Als Stadt haben wir eine gesetzlich vorgegebene Vorbildfunktion, die wir mit den grossmehrheitlich fossil beheizten Liegenschaften nicht erfüllen, sie entsprechen auch in den Bereichen Dämmung oder Nutzung erneuerbarer Energie nicht den heutigen gesetzlichen Vorgaben. Zudem zeigt die aktuelle geopolitische Lage, wie abhängig wir von fossilen Brennstoffen sind. Daher macht es Sinn, sich möglichst rasch von fossilen Brennstoffen zu verabschieden.
Diese Abhängigkeit würde mit der Sanierung und Erweiterung der Verwaltungsliegenschaften ein Ende finden?
Ganz klar Ja. Und wir würden damit die Verordnung des kantonalen Energiegesetz des Kanton Thurgau erfüllen. Darin sind die gesetzlichen Anforderungen an den Bau, bei Sanierungen und Betrieb von Gebäuden festgelegt. Mit der Annahme der Volksinitiative "Ja zu effizienter und erneuerbarer Energie – natürlich Thurgau!" im Mai 2011 mit über 80 Prozent Ja-Stimmen, floss die Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz als ausdrückliche Staatsaufgabe in der Verfassung des Kantons Thurgau ein. Wir haben also keine Wahl – die geplante Sanierung und Erweiterung der Verwaltungsliegenschaften muss im Bereich Energie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.
Es geht also um mehr als "nice to have"?
Absolut, es geht um die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben im Energiebereich, womit im Übrigen viel Geld gespart werden kann. Dazu ein konkretes Beispiel: Im Rahmen der energetischen Sanierung des Werkhofs, bei welcher ebenfalls die gesetzlich vorgegebene Vorbildfunktion umgesetzt wurde, haben wir zusätzlich zur geforderten PV-Anlage einen Batteriespeicher eingebaut. Innerhalb eines Jahres konnten die Energiekosten um rund 70 Prozent gesenkt und der CO2-Austoss auf null reduziert werden.
Wie hoch würde die Kosteneinsparung bei der geplanten Sanierung und Neubau ausfallen?
Dies kann ich aktuell nicht beziffern, ich rechne jedoch mit Einsparungen in der gleichen Grössenordnung wie beim Werkhof. Mit den sanierten und erweiterten Verwaltungsliegenschaften würden zum einen die Nettonullvorgaben (CO2) erfüllt werden, was nebenbei beträchtliche finanzielle Einsparungen im Betrieb zur Folge hätte.
Welche Nachteile sehen Sie?
Keine. Wie oben beschrieben stellt uns die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mittlerweile in einer besorgniserregenden Regelmässigkeit vor grosse Probleme. Mit der Abstimmung am 14. Juni haben wir die Möglichkeit, uns im Bereich unserer Verwaltungsliegenschaften unabhängig davon zu machen. Es ist ein grosser Schritt, aber langfristig wird er sich für Kreuzlingen auszahlen - und rechnen.


