Neozoen

Tierische Organismen, die nach 1492 auf den Boden Europas gelangten, werden Neozoen genannt. Auch unter ihnen gibt es Arten, die sich plötzlich vermehren und deshalb die heimische Fauna bedrohen können.

Allgemeine Informationen zu Neozoen

Vorsicht: Blinder Passagier
Vorsicht: Blinder Passagier

Informationen zu Quagga Muschel, Wasserpest, Signalkrebs und grosser Höckerflohkrebs

Neozoen (5 MB)
Ungebetene Gäste – Invasive, gebietsfremde Kleintiere
Ungebetene Gäste – Invasive, gebietsfremde Kleintiere

Informationen zu Japankäfer, asiatische Hornisse, Tigermücke, Plattwurm und invasive Ameisen

Grosse Drüsenameise (Tapinoma magnum)

Tapinoma magnum
Amt für Umwelt
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Tapinoma magnum
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Die Grosse Drüsenameise (Tapinoma magnum) ist eine kleine, vollständig schwarze Ameise, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und wahrscheinlich durch Zierpflanzen und -sträucher mit befallener Erde eingeführt wurde. Ihre Ankunft in der Schweiz wurde erstmals 2012 nachgewiesen.

Infoveranstaltung Tapinoma magnum in Kreuzlingen
Infoveranstaltung Tapinoma magnum in Kreuzlingen

Präsentation vom 17. März 2026

Warum ist die Tapinoma Ameise ein Problem?

  • Bildung von Superkolonien: Sie bildet polygene Nester (mehrere Königinnen pro Nest) und sogenannte Superkolonien (Zusammenschluss von mehreren Kolonien) mit über einer Million Arbeiterinnen pro Nest.
  • Schäden an Gebäuden und Infrastruktur: Sie unterhöhlt Terrassen und Wege mit Pflastersteinen, was ein Absacken des Untergrunds zur Folge hat. Der Befall von Stromkästen kann zu Strom- und Internetausfällen führen.
  • Verdrängung einheimischer Arten: Sie ist aggressiv, hat keine natürlichen Feinde und besetzt Nahrungsquellen (Blattlaus-Kolonien).
Tapinoma magnum Grössenvergleich
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Tapinoma magnum Grössenvergleich
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Wie erkenne ich eine Tapinoma Ameise?

  • Typischer Geruch: Beim Zerdrücken der Ameise entsteht ein säuerlicher, chemischer Geruch der nach ranziger Butter oder Nagellackentferner/Aceton riecht.
  • Färbung: Die Ameise ist ca. 2-4 mm gross und komplett schwarz gefärbt. Auffallend ist der Grössenunterschied der Arbeiterinnen (siehe Bild).
  • Nestbau: Sie bevorzugt meist warme, trockene und sandige Böden. Typisch sind grosse Erdhaufen (Auswurfhaufen) zwischen Pflastersteinen, Fugen oder an Wegrändern.

Wie verhindere ich eine Verschleppung?

  • Neue Topf- und Gartenpflanzen genau anschauen (Wurzelballen auf Nester untersuchen)
  • Neusichtungen direkt melden (Bauverwaltung, Nachbarinnen und Nachbarn)
  • Befallenes Material (Erde, Kies, Sand etc.) nicht in unbefallene Gebiete transportieren
  • Befallenes Material über Hausmüll entsorgen (nicht in Kompost)
  • Sandige Flächen durch dichte Bepflanzung unattraktiv machen
  • Lebensmittel sicher verpacken und Kompostbehälter schliessen
  • Tierfutter im Aussenbereich begrenzen, Tiernäpfe nicht stehen lassen

Wie gehe ich vor bei Verdachtsfällen?

Bei Verdachtsfällen ist ein schnelles und koordiniertes Handeln entscheidend. Führen Sie keine grossflächige Bekämpfung selbst durch, das Problem könnte so verschlimmert werden. 

Gehen Sie stattdessen folgendermassen vor:

  1. Selbsttest: Prüfen Sie, ob es sich tatsächlich um die Tapinoma-Ameise handeln könnte gemäss den oben erwähnten Merkmalen.
  2. Sollte sich der Verdacht erhärten, informieren Sie umgehend die Bauverwaltung Kreuzlingen ( 071 677 63 84 ).
  3. Fangen Sie einzelne Exemplare in einem bruchsicheren, kleinen Behälter ein und reichen Sie diesen der Bauverwaltung ein. Vermerken Sie den Fundort und Ihre Kontaktdaten auf dem Behälter.

Nach erfolgreicher Bestimmung teilt Ihnen die Bauverwaltung mit, um welche Ameisenart es sich handelt und ob entsprechende Massnahmen getroffen werden müssen.